Falterfreundlich

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Gehölze für mehr Schmetterlinge im Garten

Schmetterlinge sind in ihrem ersten Lebensabschnitt Raupen, im zweiten Puppen, und erst in ihren letzten Wochen sind sie schöne bunte Falter.

Als Erstes brauchen die Raupen die richtigen Futterpflanzen, viele von ihnen sind auf wenige Pflanzenarten spezialisiert. Später brauchen sie geeignete, ruhige Plätzchen zum Verpuppen. Viele Schmetterlingspuppen liegen im Winter in der Laubschicht auf der Erde. Deshalb soll das Laub auf den Beeten liegen bleiben.

Die Schmetterlinge schliesslich brauchen von Frühling bis Herbst Blüten mit Nektar.

In unseren Gärten und in der freien Natur ist die Anzahl der Schmetterlinge in den letzten zwanzig Jahren stark zurückgegangen. Um dem entgegen zu wirken stellen wir Ihnen hier ein paar Gehölze vor, mit denen Falter und Ihre Entwicklungsstadien gefördert werden.

Viburnum opulus (Gemeiner Schneeball) hat einen hohen Nektarwert, besonders Kleiner Fuchs, Tagpfauenauge, Zitronenfalter und verschieden Weisslinge sowie Schwebfliegen besuchen diesen Strauch häufig.

Ligustrum vulgare (Gewöhnlicher Liguster) ist Raupenfutterpflanze des Faulbaum-Bläulings und des Ligusterschwärmers. Während der Blütezeit wird er von vielen Schmetterlingen, Bienen und Schwebfliegen besucht.

Lavandula angustifolia (Echter Lavendel) hat einen hohen Nektarwert und ist ein unglaublicher Magnet für Schmetterlinge, Hummeln und Bienen. Wichtig ist hier ein sonniger und eher trockener Standort, was die Langlebigkeit und Winterhärte des Lavendels deutlich verbessert.

Hyssopus officinalis (Ysop) wird vom Kleinen Fuchs, vom Mauerfuchs und vom Ochsenauge angeflogen. Bienen, Hummeln und Schwebfliegen lieben ihn ebenso, leider auch die Schnecken, also unbedingt einen trockenen Standort wählen oder einfach ins Gefäss pflanzen!

Hippocrepis emerus (Strauchkronwicke) wird häufig wegen des Nektars besucht. Falter, Bienen und Hummeln lieben die lange Blütezeit mit den immer wieder auftretenden Einzelblüten. Die Pflanze bevorzugt nährstoffarme eher steinige Böden in vollsonniger Lage.

Hedera helix (Gemeiner Efeu) hat einen sehr hohen Nektarwert und ist ebenso Raupenfutterpflanze des Faulbaum-Bläulings.Die Blüte im Herbst dient sehr vielen Insekten als letzte Nahrung vor dem Winter. Da der Nektar offen präsentiert wird, kommen auch kleine Schmetterlingsarten auf ihre Kosten. Die Früchte hingegen sind bei Vögeln sehr beliebt.

Frangula alnus (Faulbaum) ist für sehr viele Falterarten von Bedeutung, die Blätter sind Raupennahrung und die nektarreichen Blüten ernähren Schmetterlinge, Bienen und Käfer. Das Gehölz eignet sich gut für staunasse Böden mit eher niedrigem pH-Wert.

Daphne mezereum (Seidelbast) ist für Menschen stark giftig, besitzt jedoch einen hohen Nektarwert. Aufgrund des frühen Blühtermins wird er von Schmetterlingen, Bienen und Hummeln reich besucht, die Beeren verzehren später Singvögel wie Rotkelchen und Bachstelzen. Der Seidelbast wächst am besten im lichten Schatten bzw. Unterholz so ist er vor zu viel Nässe und Sonne geschützt, was im gut tut.

Calluna vulgaris (Heidekraut) hat einen hohen Nektarwert und bietet über 80 Falterarten einen Nutzen. Einigen Bläulingen dient sie sogar als Raupenfutterpflanze und auch für Bienen ist sie sehr ergiebig. Sie bevorzugt jedoch eher sauren Boden und nährstoffarme, leicht sandige Böden.

Unser Tipp: Überwinden Sie sich und räumen der Brennnessel einen Platz im Garten ein! Denn sie bietet 36 (!!) Falterarten Nahrung und zwar nicht den adulten Tieren, sondern den Raupen und Larven. Am Gartenzaun oder im Gebüschwinkel, irgendwo kann man sie sicher wachsen lassen!?

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